[CEO LIFE] Warum meine Geschichte dir in deiner Unternehmensentwicklung helfen kann

Ich kann Euch verstehen, wirklich! – Teil 1

Oder warum meine Anti-Wrack Story bei der Unternehmensentwicklung und im Vertrieb hilft!

Beim zweiten Kaffee machst du Social Media auf und da sind sie alle die Erfolge. Da läuft es rund 6-stellig machen wir jetzt Gewinn in der Woche! Hochglanz Bilder, soweit das Auge reicht. Zwar ist klar: So sieht die Welt nicht aus, aber schick ist es schon. Und es trifft nen Nerv.

Kaum ist man wieder auf einer Konferenz, sind alle super durch die Krise gekommen, läuft!

Dann kommt da jeden Sonntag Behind Babls Brain und du fühlst dich ertappt. 
Man müsste sich mal wieder um bestimmte Themen kümmern oder abarbeiten. Und dann sind da noch Begriffe, die neu sind: Was zur Hölle ist diese UGC und EGC (User and Employe Generated Content) – schon wieder ein crazy Update aus der Technikwelt, alles rast und selber hat man mit Alltag schon mehr als genug zu tun.

Je nachdem wo du gerade unternehmerisch stehst, wenn die Krise für dich nicht nur in der Medien stattgefunden hat oder es einfach gerade anstrengende Zeiten sind: Ich kann dich verstehen.

Vielleicht ist dein so Gefühl: Ich bin k.o., einfach mal so auf Null sein und nicht bei Stufe -35 oder war es doch die Stufe -200?

Das bezieht sich jetzt nicht nur
auf Umsätze, sondern auch auf To-do-Listen und auf den eigenen Anspruch und den 1000 anderen Kleinigkeiten, die ein Unternehmer:innen Leben so ausmachen.

Ich kann dich verstehen, ich bin da gerade auch!

Ha, die Salesqueen bekommt den Sales nicht hin. Wer auf diese Schadenfreude hofft, die muss ich leider enttäuschen, denn es geht nicht um meinen unternehmerischen Stand, sondern um meine Gesundheit.

Und doch könnten deine und meine Situation fast identisch sein.

Sind wir doch beide in der Krise gelandet, mit mehr oder weniger eigenem Anteil. Mein Biest, die Long Covid Nummer habe ich mir nicht ausgesucht und auch nicht selbst manifestiert. Und auch wenn bei dir nichts „schlimmes“ war, vielleicht zählst du auch zu vielen, denen die letzten 18 Monate einfach in den Knochen stecken.

Was wir aus 2020 gelernt haben sollten: Man kann ganz ohne eigenes Verschulden in der Krise landen! Und, dass es darum geht, wie man aus der Krise wieder rauskommt und nicht darum, wie wir darin gelandet sind. Denn das ist – mit Verlaub – Schmarrn.

Die Damen und Herren, schon mal was von toxischer Selbstverantwortung gehört?!

Darüber sprechen wir gleich. Jetzt erst mal ganz vor vorne:
Von vorne heißt bei mir März 2020. Ich dachte, es wäre eine zweite Erkältung. Aber falsch gedacht, es war Corona. Langsam kamen die Studien und die Antikörper Tests und aus einer Vermutung wurde Gewissheit. Das Problem war jetzt aber nicht, dass ich durch meine Erkrankung Antikörper entwickelt hatte, sondern der ganze andere Schrott, der so wahllos meinen Gesundheitszustand verschlechterte.

Diverse Arztbesuche folgen, aber außer „ja, kann sein, muss ausheilen“, gab es leider keine weiteren Infos.

Januar 2021 – es wird nicht besser

Im April und Mai 2021 dachte ich dann, so es war zu viel Arbeit, ich habe mich kurz vor den Burn-out gearbeitet. Das machte zwar überhaupt keinen Sinn, machte Arbeit doch Spaß und psychisch und emotional war ich völlig stabil. Kurz die Laune war gut, nur irgendwie war ich gleichzeitig ein Wrack.

Da sind wir schon bei der toxischen Selbstverantwortung, die besonders im Coaching und NLP Bereich umhergereicht wird. Alles ist meine Verantwortung und alles habe ich „kreiert“! Alleine die Eindeutschung dieses Wortes sollte doch klarmachen, das ist Schmarrn…

Aber trotz besseren Wissens, ich habe es doch allen ernstes auch gedacht!
Ist auch eine Art Beschäftigungstherapie, den Fehler bei sich zu suchen.
Springen wir in den August 2021, denn da sah die Welt noch mal ganz anders aus. Das Long Covid Biest hatte eine Herzmuskelentzündung, ordentliches Nebennieren-Chaos und noch so ein paar Baustellen verursacht. Jo, soviel zu: „Das habe ich verursacht“.

Konsequenz: körperliches Wrack, mit zu viel Kilos und Bluthochdruck. Darauf ein ordentliches olé oder Kölle Alaaf! Kurz, ich stand auf Stufe – 35, vielleicht auch auf Stufe minus 200, wer weiß das schon so genau.

Und nu? Was macht man, wenn bei der bitteren Erkenntnis angelangt ist? Die ja noch mehr so eine vage Idee ist?

Sich die Daten anschauen oder wie so häufig im Leben erst mal die notwendigen Daten alle zusammen tragen. Dann einen harten Blick auf die Daten werfen und wenn es so ist wie bei mir, es sich mal kurz bequem machen auf dem sandigen Grund von Rock bottom.

Ist nicht schön, fühlt sich gar nicht gut an, aber ohne ein anerkennen der Realität kommt man vom Boden nicht wieder hoch. Für mich ist das nicht das erste Mal da unten. Das ist nicht mein erstes Rodeo mit dem Wrack Status, 3 Bandscheibenvorfälle und ein gelähmtes rechtes Bein als Geschenk zu meinem 30. Geburtstag hatte ich schon.

Ich kenn die Phasen und ich kenn die Phasen auch aus dem Job.

Das erste Mal seit Monaten war mir echt zum Heulen zumute. Meine sonst und auch bis dahin so unglaublich stabile und resiliente Psyche, war für ein paar Momente in einem anderen Modus. Aber das braucht es auch, das habe ich schon vor Jahren gelernt. Ohne diese Gefühle und Emotionen wird das nichts mit dem Turning Point.
Dass ich diesen Moment wirklich immer auf den Fußboden sitzen muss, ist natürlich voll der Zufall. Aber genau da saß ich, zusammen mit meinen Daten und einer großen Portion Selbstmitleid.

Nun, allzu lange hält das meistens nicht an, denn dann höre ich eine immer eine Stimme, die meiner Oma: Kind, man kann aus allem was machen! 
Bevor ich was machen konnte, war noch ein Termin notwendig. Kardiologie am 13.08., und die Frage gibts grünes oder rotes Licht. Muss ich im Ruhe-Modus bleiben, ist das Herz in Ordnung und hoffentlich auch heil und darf ich wieder selbst etwas tun.

Manche Termine dauern gefühlt viel länger als sie sind, das war so einer.
Der Weg an diesem Freitag nach Hause war ein schräger Weg. Auf der einen Seite die Aussage: es ist alles in Ordnung, fangen sie wieder an und auf der anderen Seite dieses Gefühl: Ich muss jetzt diesen riesigen Berg aufräumen. Ich bin ich sicher ich hatte den gleichen Gesichtsausdruck wie meine Kunden, wenn wir in den Notfall Sales Modus müssen:

  • “Wird das funktionieren“
  • “Wird das schnell genug funktioniert”
  • Und ganz klar, dieses: Das wird ein harter, verdammt anstrengender und langer Weg, der nicht immer mit Motivation glänzen wird.”
  • “Werde ich das hinbekommen und durchhalten”

Es ist immer ein eigenartiger Moment, diese Ruhe vor dem Sturm. Nur ist es ja jetzt meine Verantwortung, den Sturm zu erzeugen. War ich davor in der Position nicht meine Verantwortung, ist jetzt klar, wenn ich mich nicht bewege, dann kann ich dafür niemand anders verantwortlich machen als mich.

Ich kann dich verstehen, ich kann meine Kunden verstehen! Die Opossum Starre erscheint sehr attraktiv oder auch der hektisch-loslegen-Modus. Der Vorteil von vielen Jahren Erfahrung, der Fähigkeit zur Transferleistung und gut trainierter Reflexion ist, so unsicher man sich fühlt, so sehr kann man sich auch auf seine Fähigkeiten verlassen. Das sind die Gründe, warum man in Hoch-Stress-Phasen, Krisen oder wenn es um schnelle Erfolge geht einen Profi braucht.

Im Zweifel hast du die Fähigkeiten nicht, die Erfahrung nicht und die Transferleistung unter Stress ist kaum möglich. Ganz zu schweigen, dass man sich wahnsinnig viele Gedanken machen kann, die Null mit Reflexion zu tun haben.

Wenn man Unsicherheit nicht mit sich selbst kontern kann, dann muss das jemand anders tun!

Als ich am 14.08.2021 wieder losgelegt habe, habe ich nicht einfach angefangen. Nein. Ich hatte die letzten Wochen bereits genutzt, eine saubere Strategie auszuarbeiten, mir professionelle Meinungen dazu einzuholen und auch mein eigenes Wissen auf aktuellen Stand zu bringen.

Kein blindes losrennen, kein hartes wir sparen allen Ecken und enden Kalorien ein und erst recht nicht ein fallen in Extreme, weil ich denke, ich kann in 2 Wochen das rumreißen, was ich monatelang nicht gemacht habe. Das ist genau das, was ich im Job so häufig sehe, blinder Aktionismus, tanzen auf allen Hochzeiten, zig Stunden mehr arbeiten als sonst und voll auf Disziplin-Budget arbeiten, alles Todsünden!

Was passiert: zwischen 10 und 14 Tagen ist man k. o. Die nächsten Reserven werden mobilisiert und man kommt so bis auf 28 bis 35 Tage. Dann ist Cut! K.o., im schlimmsten Falle ausgebrannt und mal wieder hat alles nicht funktioniert.

Dabei lag es nie daran, es konnte so nie funktionieren!

Übrigens weiß ich das nicht nur aus der Theorie, was soll ich sagen, auch das musste ich ein paar mal ausprobieren.

Das sind wir am Ende von Teil 1 meiner Serie von „ich kann Euch verstehen“.

Und, was habe ich gelernt?

  • Es kann verdammt dumm laufen und da kann keiner was dafür auch du nicht
  • Verantwortung fängt dann an, wenn Handlung möglich ist
  • Ein Tiefpunkt muss anerkannt werden und kann nicht einfach weggebügelt werden
  • Der Moment, wo man die eigene Verantwortung übernehmen muss, ich richtig unbequem
  • Blinder Aktionismus oder Opossum Starre, sind immer zum Scheitern verurteilt
  • Ich muss mich auf meine Fähigkeiten und mich verlassen und wissen, an den Stellen, an denen das nicht kann, da brauche ich Hilfe

Nächste Woche geht es in Teil 2 und auch da bleibe ich beim „ich verstehe dich“. Besonders wenn du zu den Unternehmer:innen gehörst, die den Erfolg kennen. Ich sag nur durch die Gegend gehen statt laufen!

Per Stand Mitte September 2021 habe ich mich von Stufe -35 auf die -28 hochgearbeitet! Dazu dann nächste Woche mehr.

Related Articles

Responses

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.